erstellt am: 11.04.2013 | von: Wolfgang Schaaf | Aktuelle Themen, Kammerthemen, Krankenhaus, Praxis

Nach der Wahl: Allgemeinmediziner in der Pflicht!

lupe diagrammNachdem nun auch für den Bezirk Niederbayern der Bezirksvorsitzende gewählt ist, steht die Vorstandsbesetzung jetzt fest:

12 Mitglieder, davon fünf Allgemeinmediziner, drei  niedergelassene Fachärzte, eine Psychotherapeutin und drei Krankenhausärzte.

War es das, was die Absprachen zwischen den Gruppen erzielen wollten? Das kann ich mir kaum vorstellen. Je nach Blickwinkel wird die Bewertung dieser Besetzung sehr unterschiedlich ausfallen.

Zum Einen kann niemand, auch die Allgemeinmediziner selbst, ein Interesse an der  Dominanz einer Fachgruppe im Vorstand haben. Die Kassenärztliche Vereinigung und der Marburger Bund haben sowohl  Vorsitzenden, als auch Stellvertreter in den Vorstand gebracht. Nach dem Motto Sitze für unsere Spitze.

Hier kündigt sich wachsender Einfluss der großen  Organisationen auf die Kammerpolitik an. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass  die Verankerung in der Mitgliederbasis viel schwächer geworden: Immerhin haben mindestens zwei Vorstandsmitglieder kein direktes Mandat in  ihrem eigenen Kreisverband errungen und es  besteht ein eindeutiger Trend zu mehr Persönlichkeiten mit überwiegender oder sogar ausschließlicher Funktionärstätigkeit.

Die Repräsentanz der Krankenhausärzte mit nur drei Sitzen, einer davon mit einer absoluten Newcomerin besetzt , ist  die Schwächste, seit Jahren und auch die niedergelassenen Fachärzte dürften mit ihrer Repräsentanz kaum zufrieden sein. Einzig KV und Marburger Bund werden das Ergebnis mit Zufriedenheit registrieren.

Es liegt nun an den Allgemeinmedizinern eine breite thematische  Ausrichtung der Kammerarbeit zu bewirken. Als fachübergreifender Spezies könnte ihnen das auch gelingen. Allerdings gilt es darauf zu  achten, dass nicht Themen der Praxisführung  und Abrechnung zu Hauptthemen avancieren. Die Gefahr besteht natürlich.

Man darf gespannt sein wie, und ob sich der Vorstand mit den Themen der nächsten Kollegengeneration befassen wird. Das sind : Attraktive  Weiterbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Motivation zur Niederlassung vs. Angestellten Status, viel mehr als der Tarifdschungel , das Arbeitsrecht und  das Arbeitszeitgesetz, die Domänen des MB.

Ich wünsche dem Vorstand einen breiten Horizont, eine glückliche Hand und vor allem den Willen zur Erdung mit der Mitgliederbasis.

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