erstellt am: 21.02.2013 | von: Wolfgang Schaaf | Aktuelle Themen, Ethik, Krankenhaus, Praxis

Arzneimittel Tests

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Arzneimitteltests am Menschen

Peter Liese: Vorschlag der EU-Kommission muss dringend nachgebessert werden, aber Fundamentalkritik nicht angemessen

„Der Vorschlag der Europäischen Kommission zu klinischen Prüfungen (Arzneimitteltests am Menschen) muss dringend nachgebessert werden, aber Fundamentalkritik ist nicht angemessen,“ dies erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der christdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, größte Fraktion im Europäischen Parlament), Dr. Peter Liese.

„Die Kritik des Deutschen Bundestages an dem Kommissionsvorschlag teile ich. Der Schutz von nicht einwilligungsfähigen Forschungsteilnehmern wie Kindern und Menschen mit geistiger Behinderung darf nicht aufgeweicht werden. Die bisher geltenden gesetzlichen Regelungen dazu sind praktikabel. Auch wenn viele Forscher sich in den letzten Jahren über die Richtlinie beschwert haben, wurde dieser Punkt gegenüber mir nie vorgetragen,“ so Liese.

„Ich teile auch Vorschläge des Bundestages zur Verbesserung der Mitwirkung der Ethikkommissionen und der besseren Mitwirkung der Mitgliedstaaten bei Prüfungen, die in mehr als einem Mitgliedstaat stattfinden. Fundamentalkritik an dem Vorschlag halte ich aber für unangemessen. Es geht nicht nur um die Interessen der Pharmaindustrie, sondern vor allen Dingen um die unabhängigen Forscher, die Universitätskliniken und Patientenverbände wie zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe. Wir haben zu recht seit vielen Jahren verlangt, die Regeln für klinische Prüfungen in Europa zu erleichtern und zu entbürokratisieren. Viele dieser Forderungen hat die Kommission aufgenommen, zum Beispiel ein geeignetes Verfahren für Prüfungen mit niedrigem Risiko, zum Beispiel mit bekannten Substanzen. Dies ist besonders für unabhängige Forscher wichtig, weil die Pharmaindustrie oft kein Interesse an diesen Prüfungen hat. Es ist wichtig, ein einheitliches Format für die Anmeldung in verschiedenen Mitgliedstaaten zu haben, und es ist auch wichtig, dass die Kommission vorgeschlagen hat, die Transparenz zu erhöhen. Klinische Prüfungen, die in Drittstaaten durchgeführt werden, müssen nach den gleichen Regeln stattfinden wie in Europa, und eine einmal begonnene Prüfung darf auch nicht verheimlicht werden, wenn einem die Ergebnisse nicht passen. All dies hat die Kommission aufgenommen. Der Bundestag hat in seiner fraktionsübergreifenden Stellungnahme alle positiven und negativen Aspekte sachgerecht zusammengefasst, und ich werde mich für eine Umsetzung der Position im Europäischen Parlament stark machen“, so Liese anschließend.

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